
Die Geschichte hinter dem Hippie Trägerkleid Flowy
Manche Schnittmuster entstehen am Schreibtisch.
Mit einer Idee im Kopf, einem leeren Blatt Papier und dem festen Plan: Heute entwickle ich einen neuen Schnitt.
Und dann gibt es Schnittmuster, die irgendwie ganz anders entstehen.
Das Hippie Trägerkleid Flowy gehört definitiv zur zweiten Kategorie.
Denn eigentlich wollte ich gar kein neues Schnittmuster entwickeln.
Ich wollte einfach nur etwas zum Anziehen, in dem ich mich wohlfühle.
Hochsommer, Schwangerschaft und ein Kleiderschrank voller „passt nicht mehr“
Als die Idee für das Flowy entstand, war ich hochschwanger – und es war heiß.
So richtig heiß.
Mein Bauch wurde immer größer und gleichzeitig wurde die Auswahl in meinem Kleiderschrank immer kleiner. Viele meiner normalen Kleidungsstücke passten einfach nicht mehr oder fühlten sich unbequem an.
Und gerade bei hohen Temperaturen war mir nach allem, was möglichst locker und luftig war.
Ich hatte damals ein Oberteil, das ich besonders gerne getragen habe. Es war weit geschnitten, saß locker am Körper und hat mir genau das gegeben, was ich zu diesem Zeitpunkt gebraucht habe:
Bewegungsfreiheit und Luft.
Irgendwann kam mir deshalb der Gedanke:
Warum mache ich daraus nicht einfach ein Kleid?
Also habe ich angefangen, aus der Idee einen eigenen Schnitt zu entwickeln.

Aus einem Lieblingsoberteil wird ein Kleid
Der erste Entwurf war sehr schlicht.
Ich wollte keine komplizierte Konstruktion und kein Kleid, bei dem ich mich beim Nähen durch unzählige Schnittteile arbeiten musste.
Es sollte einfach sein:
Locker. Luftig. Bequem.
Und vor allem sollte es nicht am Bauch einengen.
So entstand die erste Version des Flowy.
Ich habe es während meiner Schwangerschaft getragen – und genau das war eigentlich schon der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass die Idee funktioniert.
Das Kleid war bequem, luftig und hat mit meinem wachsenden Bauch mitgemacht.
Aber das Interessante kam eigentlich erst danach.
Warum das Kleid nicht einfach ein Schwangerschaftskleid geblieben ist
Als die Schwangerschaft vorbei war, hätte das Projekt Flowy für mich auch einfach erledigt sein können.
Schließlich war es ursprünglich aus einer ganz konkreten Situation heraus entstanden.
Aber ich habe das Kleid weiterhin getragen.
Und zwar gerne.
Denn plötzlich war die große Weite nicht mehr nur praktisch für den Babybauch.
Ich mochte einfach dieses Gefühl, ein Kleid zu tragen, das nicht eng sitzt und trotzdem schön aussieht.
Und genau da wurde aus einem Schwangerschaftsprojekt langsam die Idee für ein richtiges Schnittmuster.
Vom eigenen Kleid zum Schnittmuster
Aus dem ersten Kleid wurde nach und nach ein Schnitt.
Dabei habe ich verschiedene Dinge ausprobiert, verändert und angepasst.
Die Grundidee blieb aber immer dieselbe:
Ein unkompliziertes Kleid, das locker fällt und sich angenehm trägt.
Der Schnitt sollte nicht nur während der Schwangerschaft funktionieren, sondern genauso gut davor und danach.
Und ich wollte, dass man mit dem Schnitt unterschiedliche Looks umsetzen kann.
Denn nur weil ein Kleid weit geschnitten ist, muss es nicht immer gleich aussehen.

Dann kam das Probenähen
Wie so oft bei meinen Schnittmustern wurde es während des Probenähens noch einmal spannend.
Denn wenn ein Schnitt nicht nur von mir, sondern von vielen unterschiedlichen Frauen genäht wird, sieht man plötzlich Dinge, die man beim eigenen Modell gar nicht bedacht hat.
Eine der Änderungen, die während des Probenähens entstanden ist, war beispielsweise die zweite Rückenvariante.
Ursprünglich gab es den sportlichen Racerback.
Ich mag ihn bis heute sehr gerne, weil er dem Kleid einen lässigen, sportlichen Charakter gibt.
Meine Probenäherinnen wünschten sich aber zusätzlich einen klassischeren Rücken. Also kam diese Variante dazu.
Und plötzlich hatte der Schnitt wieder einen ganz anderen Charakter.
Auch der Gürtel war eigentlich gar nicht geplant
Eine weitere Sache, die sich während der Entwicklung verändert hat, war die Möglichkeit, das Kleid zu taillieren.
Ursprünglich hatte ich den Schnitt vor allem deshalb so weit gemacht, weil genau das während meiner Schwangerschaft für mich funktioniert hat.
Aber irgendwann habe ich ausprobiert, wie das Kleid mit einem Gürtel aussieht.
Und ich muss zugeben:
Nach der Schwangerschaft gefällt mir diese Variante inzwischen richtig gut.
Ohne Gürtel bleibt das Flowy ganz locker und fließend.
Mit Gürtel bekommt es dagegen eine deutlich stärker betonte Taille.
Alternativ kannst du auch Bindebänder durch die vorgesehenen Schlaufen ziehen.
Damit kannst du den Sitz ein wenig verändern, ohne dass das Kleid seinen lockeren Charakter verliert.

Und dann wurde aus dem Kleid auch noch ein Top
Während des Probenähens kam schließlich noch eine weitere Idee auf:
Warum nicht einfach eine kürzere Variante daraus machen?
So entstand die Möglichkeit, das Flowy auch als Top zu nähen.
Das war ursprünglich überhaupt nicht Teil meiner Idee.
Aber genau das mag ich am Probenähen: Ein Schnitt entwickelt sich manchmal weiter, als man es am Anfang geplant hat.
Und am Ende steckt in einem Schnittmuster plötzlich viel mehr, als ursprünglich gedacht.

Was ich am Flowy heute besonders mag
Wenn ich heute auf die Entstehung des Schnittmusters zurückblicke, finde ich es eigentlich ziemlich schön, dass das Flowy aus einem ganz alltäglichen Problem entstanden ist.
Ich brauchte während meiner Schwangerschaft einfach ein Kleid, das funktioniert.
Nicht irgendein Kleid.
Sondern eines, in dem ich mich bei 30 Grad und mit großem Bauch wohlfühle.
Und genau daraus ist ein Schnittmuster entstanden, das ich auch danach noch gerne getragen habe.
Das war für mich eigentlich der wichtigste Test:
Wenn ich das Kleid auch nach der Schwangerschaft freiwillig weiter anziehe, kann es so schlecht nicht sein. 😉
Das Hippie Trägerkleid Flowy
Aus dieser ursprünglichen Idee ist inzwischen das Hippie Trägerkleid Flowy in den Größen 32–54 entstanden.
Du kannst zwischen zwei Rückenvarianten wählen und das Kleid mit oder ohne Gürtel beziehungsweise Bindebänder tragen. Außerdem lässt sich der Schnitt auch als Top nähen.
Für die Verarbeitung kannst du zwischen Schrägband und Beleg wählen.
Und natürlich gibt es auch ein Video-Tutorial, das dich beim Nähen begleitet.